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Zittau-Monitor Ergebnisse 2025

Lebenszufriedenheit und Optimismus in Zittau: Leicht positiver Unterschied im Vergleich zur Region insgesamt

Wir haben die Zittauer gefragt, wie zufrieden sie mit ihrem Leben sind, und es zeigt sich hier ein kleiner, aber positiver Unterschied zu den Menschen in der Lausitz insgesamt. Knapp ein Drittel der Zittauer (30 Prozent) sagen von sich, dass ihr Leben in den letzten fünf Jahren besser geworden sei. In der Region insgesamt sind es mit 26 Prozent etwas weniger.


Den gleichen Unterschied finden wir beim Anteil der mit ihrem Leben Zufriedenen. In Zittau sind 83 Prozent der Menschen mit ihrem Leben zufrieden (eher zufrieden: 29 Prozent; zufrieden: 42 Prozent; sehr zufrieden: 12 Prozent). In der Region insgesamt sind etwas weniger Menschen mit ihrem Leben zufrieden (79 Prozent). Wenn die eigene Lebenssituation mit einer Schulnote zu bewerten wäre, so würden die Zittauer ihrer Lebenssituation im Schnitt eine 2,6 geben, in der Lausitz insgesamt bekommt die Lebenssituation im Schnitt eine 2,8.


Auch beim Optimismus sehen wir einen leichten positiven Unterschied zwischen den Zittauern und den Lausitzern insgesamt. Unter den Zittauern blicken 61 Prozent optimistisch in ihre persönliche Zukunft; im Durchschnitt der gesamten Region tun dies etwas weniger (56 Prozent).


Anteil der mit ihrem Leben Zufriedenen in Zittau etwas höher als im Großraum Leipzig

Es ist das Eine, wenn man erfährt, wie viele Leute in einer Stadt oder in einer Region mit ihrem Leben zufrieden sind. Das ist erst einmal nur eine Information. Etwas anderes wird daraus, wenn man einen Vergleich hat. Dann sieht man, ob es mehr oder weniger, besser oder schlechter, ähnlich oder ganz anders usw. ist. Wir führen neben dem Lausitz-Monitor jährlich auch eine repräsentative Bevölkerungsbefragung im Großraum Leipzig mit rund 2000 Befragten durch (Mitteldeutschland-Monitor). Die Fragen im Mitteldeutschland-Monitor sind zum Teil die gleichen wie im Lausitz-Monitor, weshalb sich die Ergebnisse, etwa zur Lebenszufriedenheit und zur Zufriedenheit mit der Region, vergleichen lassen.


Nun zur Sache: Der Anteil der Menschen, die von sich sagen, mit ihrem Leben zufrieden zu sein, liegt im Großraum Leipzig zehn Prozent unter dem Anteil der Zufriedenen in Zittau. In Zittau sind, wie bereits dargestellt, 83 Prozent der Einwohner mit ihrem Leben zufrieden, in der Region um Leipzig sind es 73 Prozent.


Das bedeutet, dass der Ballungsraum an und für sich zwar mehr Möglichkeiten bietet, diese Möglichkeiten aber keinen höheren Anteil bei der Lebenszufriedenheit bewirken. Oder umgekehrt: Wer sich einmal dafür entschieden hat, in Zittau zu leben, ist zum größten Teil mit seinem Leben auch zufrieden.


Beim Blick in die persönliche Zukunft ist der Unterschied sogar noch etwas größer. In der Region Leipzig/Halle blicken 48 Prozent optimistisch in ihre persönliche Zukunft, in Zittau sind es wie gesagt 61 Prozent.


Ergänzend noch einmal der Schulnotenvergleich, also die durchschnittliche Bewertung der persönlichen Lebenssituation:

-     in Zittau: 2,6

-     in der Lausitz: 2,8

-     in der Region Leipzig/Halle: 2,9


Das sind keine riesigen Unterschiede, aber die Unterschiede zeigen, dass an dem oft in Rede stehenden negativen Selbstbild der Region weniger dran ist, als man vielleicht gemeinhin denkt. Die Lage ist besser als die Stimmung, könnte man schlussfolgern.


Falls sich jemand fragt, warum die Schulnote im Großraum Leipzig schlechter ausfällt als in Zittau: Unsere Interpretation geht dahin, dass dieser Unterschied vor allem auf höhere Lebenshaltungskosten zurückzuführen ist. Unter neun von uns hinsichtlich ihres Einflusses auf die persönliche Zukunft sowohl im Lausitz-Monitor als auch im Mitteldeutschland-Monitor abgefragten Aspekten war „Preissteigerung/Inflation“ der am häufigsten genannte negative Einflussfaktor. 84 Prozent der Befragten in der Lausitz und 83 Prozent der Befragten in der Region Leipzig/Halle benannten diesen Aspekt als negativen Einflussfaktor in Bezug auf ihre persönliche Zukunft.


Kontrast zwischen der Zufriedenheit mit dem eigenen Leben und der Zufriedenheit mit der Region

Während die meisten Zittauer mit ihrem eigenen Leben zufrieden sind und auch ein überwiegender Teil optimistisch in die persönliche Zukunft blickt, sieht es hinsichtlich der Zufriedenheit mit der Situation in der Stadt und der Region anders aus. Hier ist man unzufriedener als im regionalen Durchschnitt.


Während in Zittau 62 Prozent der Einwohner mit der Situation in der Stadt und im Umland zufrieden sind, sind es im Schnitt der gesamten Region 69 Prozent. Und während 56 Prozent der Lausitzer optimistisch in die Zukunft der Region blicken, sind es in Zittau nur 43 Prozent, die optimistisch in die Zukunft der Stadt blicken. Zum Vergleich: In der Region Leipzig/Halle (= das ehemalige „Mitteldeutsche Revier“) blicken 44 Prozent der Bevölkerung optimistisch in die Zukunft der Region.


Bei der Frage, ob die Situation in Zittau und Umland in den letzten fünf Jahren besser geworden, gleich geblieben oder schlechter geworden sei, liegt die Einschätzung der Zittauer in Bezug auf ihre Stadt gleichauf mit der Einschätzung der Lausitzer insgesamt in Bezug auf ihre Region. 27 Prozent der Zittauer meinen, dass die Situation in der Stadt und ihrem Umland in den letzten fünf Jahren besser geworden sei (25 Prozent) oder viel besser geworden sei (2 Prozent). In der Lausitz sind die Prozentzahlen identisch: Insgesamt 27 Prozent meinen, dass die Situation in der Region in den vergangenen fünf Jahren besser geworden sei. Die Binnenverteilung ist ebenfalls identisch: 25 Prozent meinen, dass es besser geworden sei, und zwei Prozent meinen, dass es viel besser geworden sei.


Die mit der Region zufriedensten Menschen sind in Zittau die Zuzügler. Das bestärkt vielleicht die weiter oben schon einmal formulierte Schlussfolgerung: Wer sich entschieden hat, in Zittau zu leben und zu bleiben, ist auch überwiegend zufrieden. Die am wenigsten zufriedenen Menschen mit der Region sind in Zittau die Selbständigen, ausgenommen jene mit deutlich überdurchschnittlichem Einkommen. Unter den mit ihrem Lebensmittelpunkt unzufriedenen Menschen ist die Wegzugsbereitschaft höher als unter denjenigen, die mit Zittau und dem Umland zufriedenen sind.


Gruppen, die sowohl mit ihrem Leben als auch der Region zufrieden oder unzufrieden sind

Wenn wir uns anschauen, wer gleichzeitig mit dem eigenen Leben und der Region zufrieden ist, stechen drei Gruppen heraus: Menschen mit Kinderwunsch, Menschen in der Familienphase und Senioren. Familie macht also in gewisser Weise den Unterschied. Sobald Menschen eine Bindung eingehen, aus der heraus ein Kinderwunsch und später eine Familie entsteht, wirkt sich das sowohl auf die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben als auch auf die Zufriedenheit mit dem Wohnort aus. Es kommt also vor allem darauf an, ob junge Menschen in Zittau jemanden finden, mit dem sie sich eine (familiäre) Zukunft vorstellen können. Und: Wer sein Berufsleben hier verbracht hat, der bleibt und ist zufrieden, sowohl mit seinem Leben als auch mit dem Ort an und für sich.


Wenn wir uns anschauen, wer gleichzeitig mit dem eigenen Leben und der Region unzufrieden ist, stechen zwei Gruppen heraus: Frauen unter 40 und Menschen in der „Gründerphase“ des Lebens. Jüngere Frauen sind seit Beginn unserer Befragungen die kritischste Bevölkerungsgruppe in der Region. Wenn man beide Gruppen im Zusammenhang betrachtet, dann könnte man folgende Schlussfolgerungen treffen: Es ist im Besonderen die Phase im Leben für einen Verbleib in Zittau entscheidend, in der sich berufliche und persönliche Entscheidungen verfestigen, Karrieren beginnen und ernsthafte Bindungen mit Kinderwunsch eingegangen werden. Hier geraten wahrscheinlich die Vorstellungen in Bezug auf das eigene Leben mit den beruflichen Optionen in der Region in Konflikt, und es kommt in vielen Fällen am Ende darauf an, ob und inwiefern man sich Familie und Region vorstellen kann. Wer sich jedoch für die Region entschieden hat, wird dann wieder zufrieden.


Unterschiede bei der Bewertung einzelner Merkmale — Stärken und Schwächen von Zittau aus der Sicht der Einwohner

Wir haben die Zittauer gebeten, die Situation in ihrer Region allgemein einzuschätzen. Diese Ergebnisse wurden bereits ausführlich dargestellt. Wir haben aber auch eine Reihe konkreterer Merkmale der Region abgefragt. Dabei gibt es einige Merkmale, die in Zittau von einem höheren Prozentsatz der Bevölkerung positiv eingeschätzt werden, sowie eine Reihe von Merkmalen, die in Zittau von einem geringeren Anteil der Bevölkerung positiv eingeschätzt werden als in der Region insgesamt.


In Zittau stimmen 78 Prozent der Einwohner der Aussage zu, dass es sich bei Zittau und dem Umland um eine attraktive Urlaubsregion handelt. Im Lausitzer Durchschnitt sind es mit 71 Prozent etwas weniger.


Die Hochschule und das IHI machen einen Unterschied: Die Hälfte der Zittauer (51 Prozent) meint, dass es sich bei ihrer Stadt um einen attraktiven Wissenschaftsstandort handelt. Von der Lausitz insgesamt sagen das nur ein Drittel der Einwohner der Region (32 Prozent).


Andererseits gibt es eine Reihe von Faktoren, bei denen die Zustimmung in Zittau geringer ist als in der gesamten Region. Dabei handelt es sich um Merkmale, die vor allem mit der Wirtschaft zu tun haben.


Nur etwa jeder sechste Zittauer (17 Prozent) hält die Stadt und ihr Umland für einen attraktiven Unternehmensstandort. Zum Vergleich: In der Region insgesamt hält etwa jede vierte Person (27 Prozent) die Lausitz für einen attraktiven Unternehmensstandort.


Im Hinblick auf die Arbeit fällt der Unterschied ähnlich aus: Nur ein Fünftel der Zittauer Bevölkerung (21 Prozent) hält Zittau und das Umland für eine attraktive Region zum Arbeiten. Von der Lausitz insgesamt sagt ein Drittel der Bevölkerung (34 Prozent), dass es sich um eine attraktive Region zum Arbeiten handelt.


Worauf sind die Zittauer stolz?

Wenn man die Zittauer fragt, worauf sie stolz sind, lautet die am häufigsten genannte Antwort: die Natur (26 Prozent) und das Gebirge (24 Prozent). Es folgen Tourismus- und Freizeitangebote (16 Prozent) sowie Kultur, Geschichte und Traditionen (13 Prozent), die Innenstadt und Sehenswürdigkeiten (11 Prozent) sowie das Dreiländereck (10 Prozent).


Was sind aus Sicht der Zittauer die größten Herausforderungen?

Die am häufigsten genannten Herausforderungen in Zittau und Umland sind:

-     Belebung der Innenstadt (24 Prozent)

-     Wirtschaft und Unternehmensansiedlung (21 Prozent)

-     attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen (20 Prozent)

-     Gesundheitsversorgung, Pflege, Ärztemangel (16 Prozent)

-     Wegzug aufhalten, junge Menschen gewinnen (15 Prozent)


Allerdings differiert diese Liste etwas, wenn man sie nach einzelnen Bevölkerungsgruppen betrachtet. Hier zwei Beispiele:

Top 5 Herausforderungen aus Sicht von Frauen unter 40:

-     Wegzug aufhalten, junge Menschen gewinnen (30 Prozent)

-     Rechtsruck, Extremismus (21 Prozent)

-     attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen (19 Prozent)

-     Belebung der Innenstadt (17 Prozent)

-     Wirtschaft und Unternehmensansiedlung (15 Prozent)


Top 5 Herausforderungen aus Sicht der Wegzugsbereiten:

-     attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen (23 Prozent)

-     Wegzug aufhalten, junge Menschen gewinnen (23 Prozent)

-     Gesundheitsversorgung, Pflege, Ärztemangel (23 Prozent)

-     Infrastruktur, ÖPNV, Schienenverkehr (18 Prozent)

-     Wirtschaft und Unternehmensansiedlung (17 Prozent)


Zuzug und Wegzug

Während in der Lausitz insgesamt knapp die Hälfte der Bevölkerung (48 Prozent) aus Menschen besteht, die in der Region geboren, aufgewachsen und geblieben (= verwurzelt) sind, ist dieser Anteil in Zittau und Umland geringer (37 Prozent). Der Anteil der Rückkehrer ist in Zittau dagegen höher als im Schnitt der Lausitz insgesamt. Der Anteil der Rückkehrer beträgt in der Lausitz 22 Prozent, in Zittau dagegen 29 Prozent.


Die Zittauer sind überwiegend heimatverbundene Menschen. 82 Prozent sagen von sich, dass ein Wegzug unwahrscheinlich ist (sehr unwahrscheinlich: 63 Prozent; eher unwahrscheinlich: 19 Prozent). Allerdings ist der Anteil der Wegzugsbereiten in Zittau etwas höher als in der Region insgesamt. 13 Prozent der Zittauer sagen, dass sie wahrscheinlich innerhalb der nächsten zwei Jahre aus Zittau wegziehen werden; in der Lausitz insgesamt sagen das neun Prozent. Fünf Prozent der Zittauer beantworten diese Frage mit „weiß nicht“.


Wir haben zudem nach Bleibe- und Wegzugsgründen gefragt. Hier die sechs jeweils am häufigsten genannten Gründe:

Bleibegründe:

-     attraktive Naherholungsmöglichkeiten (85 Prozent)

-     Nähe zu Freunden (83 Prozent)

-     Nähe zur Familie (72 Prozent)

-     gute Einbindung in die Gemeinschaft (59 Prozent)

-     vielfältige Freizeitangebote (56 Prozent)

-     niedrige Lebenshaltungskosten (55 Prozent)


Wegzugsgründe:

-     gute Verkehrsinfrastruktur (80 Prozent)

-     gute Karrierechancen (75 Prozent)

-     interessante Jobtätigkeit (72 Prozent)

-     attraktiver Lohn (72 Prozent)

-     vielfältige Freizeitangebote (71 Prozent)

-     gutes politisches Klima (70 Prozent)


Zukunftsprojekte der Stadt Zittau

Wir haben bezüglich einiger Zukunftsprojekte der Stadt Zittau die Bekanntheit und die Unterstützung abgefragt:


Gästecard Oberlausitz

Bekanntheit: insgesamt 72 Prozent (sehr gut bekannt: 10 Prozent; ein wenig bekannt: 36 Prozent; dem Namen nach bekannt: 26 Prozent)


Unterstützung: insgesamt 56 Prozent (starke Unterstützung: 19 Prozent; mittlere Unterstützung: 25 Prozent; etwas/wenig Unterstützung: 12 Prozent)


nachhaltiges Gewerbegebiet Dreiländereck

Bekanntheit: insgesamt 70 Prozent (sehr gut bekannt: 8 Prozent; ein wenig bekannt: 31 Prozent; dem Namen nach bekannt: 31 Prozent)


Unterstützung: insgesamt 58 Prozent (starke Unterstützung: 23 Prozent; mittlere Unterstützung: 23 Prozent; etwas/wenig Unterstützung: 12 Prozent)


Green Zitty 2035+

Bekanntheit: insgesamt 44 Prozent (sehr gut bekannt: 5 Prozent; ein wenig bekannt: 19 Prozent; dem Namen nach bekannt: 20 Prozent)


Unterstützung: insgesamt 58 Prozent (starke Unterstützung: 25 Prozent; mittlere Unterstützung: 20 Prozent; etwas/wenig Unterstützung: 13 Prozent)


bedarfsgerechte Anpassung der Betreuungs-Kapazitäten in Kitas

Bekanntheit: insgesamt 41 Prozent (sehr gut bekannt: 5 Prozent; ein wenig bekannt: 18 Prozent; dem Namen nach bekannt: 18 Prozent)


Unterstützung: insgesamt 49 Prozent (starke Unterstützung: 11 Prozent; mittlere Unterstützung: 22 Prozent; etwas/wenig Unterstützung: 16 Prozent)

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Der LausitzMonitor ist ein Projekt von Stefan Bischoff (MAS Partners) und Jörg Heidig (Prozesspsychologen). Mit der Studie möchten die Projektpartner der Öffentlichkeit belastbare Fakten zur Stimmung in der Region und zu den Meinungen zum Strukturwandel und zur Zukunft der Lausitz liefern.

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Stefan Bischoff

MAS Partners

Marienplatz 1
04103 Leipzig


Tel.: +49 175 584 00 19
E-Mail: sbischoff_at_maspartners.de
Internet: www.maspartners.de

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Dr. Jörg Heidig

Prozesspsychologen

Brennereiweg 1
02906 Quitzdorf am See


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