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Wenn man vor 100 Jahren durch die Lausitz gereist wäre, hätte man Landstriche gefunden, in denen man mit der deutschen Sprache nicht allzu weit gekommen wäre. Man hätte die sorbische Sprache vielerorts als Alltagssprache gehört. Heute gilt das nur noch für vergleichsweise wenige Orte oder Landstriche. Dennoch ist das Sorbische ein zentraler Bestandteil der Region. Will man dies erheben, darf man sich nicht nur auf die Sprache konzentrieren, sondern muss man auch die Spuren, die „Nähe zum Sorbischen“ erfassen. Das bedeutet, dass man auch fragen muss, ob die Eltern oder Großeltern Sorbisch gesprochen haben, und ob man sorbische Traditionen oder Bräuche pflegt.
Die sorbische Sprache mag in den letzten Jahrzehnten auf dem Rückzug gewesen sein — die beiden Sozialismen des 20. Jahrhunderts haben da ebenso ihre Spuren hinterlassen wie die braunkohlebasierte Industrialisierung — aber der „sorbische Hintergrund“ oder die „Nähe zum Sorbischen“ sind nach wie vor vorhanden — und sie machen einen signifikanten Unterschied beim Blick auf die Region und bei der Verbundenheit mit der Region, wie die hier dargestellten Ergebnisse aus dem 2025er Lausitz-Monitor zeigen.
Der vorliegende Text handelt von diesem Unterschied, und zwar zum Einen als reine Beschreibung, zum Ende des Textes aber auch als „Annäherung an eine Möglichkeit“, indem es dort um die Potentiale der Mehrsprachigkeit der Region geht.
Nicht zuletzt die Waliser haben es vorgemacht: Die walisische Sprache war stark auf dem Rückzug, es gab nur noch wenige Sprecher, als man beschloss, die Sprache zu revitalisieren. Man stelle sich das einmal für die Lausitz vor: Im Jahr 2100 sprechen 15 Prozent der Lausitzer Bevölkerung Sorbisch, das Sorbische ist Teil der Alltagskultur, und selbst Nicht-Sprecher verstehen Grüße auf Sorbisch und sagen Bitte und Danke auf Sorbisch, wenn sie in einem sorbischen Geschäft einkaufen. An der Küste sagt man nicht nur „Hallo“, sondern auch „Moin“, im Süden sagt man unter anderem „Servus“ — also haben wir die Lausitzerinnen und Lausitzer gefragt, ob sie es begrüßen würden, wenn man in der Region das sorbische „Witaj“ ebenso selbstverständlich wie „Hallo“ verwenden würde. Ein kleiner „Spoiler“ vorweg: Die Zustimmung war höher, als wir erwartet hatten.
Die Lausitz ist ein Siedlungsraum, der sich über zwei Bundesländer erstreckt, Sachsen und Brandenburg. Zur Lausitz gehören die folgenden Gebietskörperschaften: die Landkreise Görlitz und Bautzen in Sachsen (Oberlausitz) und die Landkreise Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Dahme-Spreewald sowie die Stadt Cottbus in Brandenburg.
Derzeit leben etwa 1,1 Millionen Menschen in der Lausitz, davon sind grob eine Million 16 Jahre oder älter. Die „Grundgesamtheit“ des Lausitz-Monitors sind genau diejenigen Lausitzerinnen und Lausitzer, die 16 Jahre oder älter sind. Beim Lausitz-Monitor handelt es sich um eine repräsentative Bevölkerungsbefragung. Die Stichprobe beträgt jährlich etwa 1000 Personen, wobei es sich nicht jeweils um die gleichen 1000 Personen handelt, sondern jeweils um andere 1000 Personen. Die jeweils befragten 1000 Personen entsprechen nach den Kriterien Bildung, Wohnort, Alter und Geschlecht der Zusammensetzung der Lausitzer Bevölkerung.
Die Frage, ob die eigenen Eltern oder Großeltern Sorbisch gesprochen haben, beantworten sieben Prozent der Lausitzer Bevölkerung mit „Ja“. Fragt man hingegen, wer selbst Sorbisch spricht, antworten in unserer Befragung seit Jahren zwischen einem und drei Prozent der Befragten mit „Ja“. (Bei so kleinen Gruppen gibt es bei 1000 Befragten natürlich eine gewisse Schwankungsbreite.) Fragt man, wer sich als Sorbe oder Wende fühlt, erhält man nur von einem Prozent der Befragten eine positive Antwort. Fragt man hingegen, wer sorbische Traditionen pflegt, stimmem zehn Prozent der Befragten zu. Kombiniert man alle Angaben — hat man also mindestens eins dieser vier Kriterien bejaht (Eltern oder Großeltern haben Sorbisch gesprochen; man spricht selbst Sorbisch; man identifiziert sich selbst als Sorbe; man pflegt sorbische Traditionen) — kommt man auf 14 Prozent der Lausitzer Bevölkerung, die das aufweisen, was wir hier etwas verallgemeinernd als „Nähe zum Sorbischen“ bezeichnen wollen. Mit dieser Nähe kann Sprache, Identität, Kultur oder Brauchtumspflege gemeint sein.
Wohl wissend, dass dieser Begriff unscharf ist, setzen wir uns damit möglicherweise einer gewissen Kritik aus. Hierzu möchten wir zwei Dinge anmerken: Wir sind keineswegs die Ersten, die auf diese oder ähnliche Weise in der Lausitz Befragungen umgesetzt haben. Bereits in der DDR hat man, wenn es um die Befragung von Menschen mit sorbischer Herkunft ging, gefragt, ob die Eltern oder Großeltern Sorbisch gesprochen haben. Jedes „harte“ Kriterium engt die Zielgruppe zu stark ein und würde der Realität wahrscheinlich nicht gerecht.
Abbildung 1: Fragen zur Erhebung der „Nähe zum Sorbischen“ im Lausitz-Monitor
Das zweite Argument, das wir anführen möchten, ergibt sich aus unseren Zahlen selbst. Wir vergleichen in den folgenden Ergebnisdarstellungen immer wieder die Sichtweisen der besagten 14 Prozent mit den Sichtweisen der Lausitzer ohne Bezug zum Sorbischen. Die Unterschiede sprechen für sich. Sie sind nicht „riesig“ — aber immerhin so stark, und zwar im positiven Sinne, dass man davon ausgehen kann, dass das, was wir hier als die „Nähe zum Sorbischen“ bezeichnen, einen Unterschied macht beim Blick auf die Region und bei der Bindung an die Region.
Wenn wir also über die Zukunft der Region nachdenken, dann können (vielleicht: sollten) wir die Zweisprachigkeit als tatsächlich wirksames Gestaltungskriterium in Betracht ziehen. Zahlen sind erst einmal nur Zahlen, und wie Sie die Zahlen nach dem Lesen der Ergebnisse interpretieren, ist natürlich Ihre Sache. Vielleicht kann ich Sie einladen, sich nach der Lektüre einmal die folgende Frage zu stellen: Welches „sonstige“ Kriterium, das man auf die Lausitz anwenden kann (Schönheit der Landschaft, Strukturwandelgelder, Infrastrukturmaßnahmen usw.) wäre in der Lage, „einfach so“ solche Unterschiede in der Betrachtung der Region zu verursachen? Eine ICE-Strecke? Eine Ansiedlung? Keine Maßnahme kann den einen großen Unterschied machen — aber eine signifikante Förderung der Zweisprachigkeit könnte wie ein Katalysator für die Wirkung der anderen Maßnahmen wirken, weil es das Sorbische und die damit verbundene Bindung an Sprache, Region und Kultur so nur hier gibt. Wenn man die „anderen Maßnahmen“ stärker mit dem einzigen tatsächlichen Alleinstellungsmerkmal der Region verbinden würde, könnte man langfristig einen stärkeren Unterschied machen.
Ich möchte mich, stellvertretend auch für meinen Kollegen Stefan Bischoff von MAS Partners, für die gute Zusammenarbeit mit der Domowina, dem Bund Lausitzer Sorben, und der Sächsischen Agentur für Strukturentwicklung bei der Realisierung des 2025er Lausitz-Monitors bedanken. Ohne diese Zusammenarbeit wäre der 2025er Lausitz-Monitor nicht in dieser Qualität und in diesem Umfang möglich gewesen.
Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre.
Bautzen, im Dezember 2025
Jörg Heidig
Der Unterschied zeigt sich zum Beispiel deutlich bei der Frage, ob einem die Region am Herzen liegt: 83 Prozent der Menschen mit einem sorbischen Hintergrund sagen von sich, dass ihnen die Region am Herzen liegt — gegenüber 62 Prozent derjenigen Lausitzer, die keinen sorbischen Hintergrund haben. Wie gesagt: die Unterschiede sind nicht „riesig“, aber „sehr deutlich“, was spätestens bei der Bindung an die Region deutlich wird.
Abbildung 2: Ergebnisse zu den Fragen nach der Bindung an die Region
71 Prozent der Menschen mit sorbischem Hintergrund bzw. mit der von uns beschriebenen Nähe zum Sorbischen halten die Lausitz für eine insgesamt attraktive Region. Unter denjenigen Lausitzerinnen und Lausitzern, die keinen Bezug zum Sorbischen haben, sind es 15 Prozent weniger (56 Prozent). Ähnliche Unterschiede zeigen sich auch bei der Betrachtung einzelner Aspekte der Region. So ist der Anteil derjenigen, die die Lausitz für einen attraktiven Wirtschaftsstandort halten, unter Menschen mit sorbischem Hintergrund mit 36 Prozent um 10 Prozentpunkte höher als unter den Menschen ohne Bezug zum Sorbischen (26 Prozent). Allerdings muss hier ergänzend angemerkt werden, dass dieser Anteil seit 2022 generell nach unten gegangen ist. 2022 hatten noch knapp die Hälfte der Lausitzerinnen und Lausitzer mit sorbischem Hintergrund (46 Prozent) die Lausitz für einen attraktiven Wirtschaftsstandort gehalten.
Abbildung 3: Meinungsbild zu den Standortqualitäten der Lausitz
Im Jahr 2022 waren insgesamt 36 Prozent der in der Lausitz lebenden Menschen der Meinung, dass die Situation in der Region in den letzten fünf Jahren besser geworden sei. Unter denjenigen mit einem sorbischen Hintergrund lag dieser Anteil seinerzeit bei 52 Prozent, unter denjenigen ohne Bezug zum Sorbischen lag der Anteil damals nur bei 33 Prozent. Der Anteil ist zwischen 2022 und 2025 insgesamt zurückgegangen (von 36 auf 27 Prozent), allerdings ist der Anteil im Jahr 2025 unter den Menschen mit einem Bezug zum Sorbischen nach wie vor höher (35 Prozent) als unter Menschen ohne diesen Hintergrund (26 Prozent).
Abbildung 4: Anteil der positiven Antworten auf die Frage, ob die Situation in der Region in den vorangegangenen fünf Jahren besser geworden sei (2022 bis 2025)
Die eingangs bereits erwähnte stärkere Verbundenheit mit der Region ist ein eher „weiches“ Kriterium, weil es um eine „emotionale“ Aussage geht („liegt mir am Herzen“). Die Nähe zum Sorbischen macht aber nicht nur bei den „weichen“ Faktoren einen Unterschied, sondern auch bei „harten“ Verhaltensdaten: So ist der Anteil derjenigen, die in der Region verwurzelt (hier geboren, aufgewachsen und geblieben) sind, unter den Lausitzern mit sorbischem Hintergrund höher (> 50 Prozent) als unter Menschen ohne Bezug zum Sorbischen (< 50 Prozent). Je nach Jahr schwanken die Prozentangaben etwas, was bei vergleichsweise kleinen Befragtengruppen durchaus möglich ist. Der Anteil der in der Region Gebliebenen liegt unter den Menschen mit sorbischem Hintergrund ca. zwischen 55 und 65 Prozent; der Anteil der Gebliebenen liegt unter den Menschen ohne Bezug zum Sorbischen etwa zwischen 45 und 50 Prozent. Bei den Rückkehrerzahlen ist die Tendenz ähnlich. Auch hier weisen die Menschen mit Bezug zum Sorbischen eine höhere Bindung an die Region auf. Der Anteil der Rückkehrer liegt unter den Menschen mit sorbischem Hintergrund zwischen 25 und 33 Prozent, während dieser Anteil bei den Lausitzerinnen und Lausitzern ohne Bezug zum Sorbischen ca. zwischen 10 und 20 Prozent bleibt.
42 Prozent aller Lausitzer sehen eine „starke“, weitere 38 Prozent eine „mittlere“ Verbundenheit zwischen der sorbischen Kultur und der Lausitz. Eine geringe (11 Prozent) oder gar keine (2 Prozent) Verbindung sehen nur wenige Menschen; 6 Prozent wissen es nicht. Betrachtet man einzelne Zielgruppen genauer, so fällt auf, dass deutlich mehr jüngere Frauen hier eine Verbindung sehen als jüngere Männer. Bei den Frauen unter 40 beträgt der Anteil, der eine mittlere oder starke Verbindung sieht, 88 Prozent; bei den Herren der gleichen Altersgruppe liegt dieser Anteil nur bei 60 Prozent.
Abbildung 5: Einschätzung der Stärke der Verbundenheit der sorbischen Kultur mit der Lausitz
83 Prozent der Lausitzer Bevölkerung stimmen der Aussage zu, dass die sorbische Kultur ein „wesentlicher Bestandteil“ der Lausitz ist. Zwei Drittel der Lausitzerinnen und Lausitzer (68 Prozent) sehen in der sorbischen Kultur einen Attraktivitätsfaktor für Touristen und fast ebenso viele (64 Prozent) meinen, dass entsprechende touristische Angebote der sorbischen Kultur weiter ausgebaut werden sollten. Etwas mehr als die Hälfte der Lausitzer Bevölkerung (54 Prozent) stimmt der Aussage zu, dass die sorbische Kultur in Zukunft stärker sichtbar und erlebbar werden sollte.
Abbildung 6: Zustimmung und Ablehnung in Bezug auf Aussagen zur sorbischen Kultur
Wir haben den Befragten eine Liste mit Adjektiven vorgelegt mit der Bitte anzugeben, ob und inwiefern diese Eigenschaften auf die sorbische Kultur zutreffen. Die von der Lausitzer Gesamtbevölkerung am häufigsten mit der sorbischen Kultur in Verbindung gebrachten Eigenschaften sind „traditionsorientiert“ und „heimatverbunden“ (87 bzw. 86 Prozent). Die am wenigsten mit der sorbischen Kultur in Verbindung gebrachten Eigenschaften sind „unbedeutend“ (20 Prozent) und „ausschließend“ (17 Prozent).
Die Ergebnisse zu den Eigenschaften werden noch etwas interessanter, wenn man sich genau anschaut, wo es Unterschiede zwischen den Sichtweisen der Menschen mit sorbischem Hintergrund und der Menschen ohne Bezug zum Sorbischen. Besonders auffällig: Bei „offen“ beträgt der Unterschied fast 30 Prozent. 79 Prozent der Lausitzer mit sorbischem Hintergrund halten die sorbische Kultur für offen, während das nur die Hälfte der Menschen ohne Bezug zum Sorbischen so sieht. Tendentiell ähnliche Unterschiede, wenn auch schwächer, zeigen sich bspw. bei den Eigenschaften „interessant“, „gesellig“, „angesehen“ oder „zukunftsorientiert“.
Abbildung 7: Der sorbischen Kultur zugeschriebene Eigenschaften im Perspektivenvergleich
Wie bereits in Bezug auf die sorbische Kultur, ist auch die Zustimmung zu der Aussage, dass es sich bei der Zweisprachigkeit (Sorbisch/Deutsch) um einen wesentlichen Bestandteil der Lausitz handelt, recht hoch. Fast drei Viertel (72 Prozent) der Lausitzer Bevölkerung teilen diese Sichtweise. Zwei Drittel (67 Prozent) sehen in der Zweisprachigkeit ein relevantes Alleinstellungsmerkmal der Region. Diesen beiden Aussagen widerspricht etwa nur jeder sechste Einwohner der Lausitz (jeweils 17 Prozent).
Rund die Hälfte (49 Prozent) der Lausitzerinnen und Lausitzer kann sich vorstellen, dass der sorbische Gruß „Witaj“ in der Lausitz im Alltag ähnlich selbstverständlich genutzt wird wie „Moin“ im Norden oder „Servus“ im Süden. Zwar ist der ablehnende Anteil in der Bevölkerung mit etwa einem Drittel (32 Prozent) höher als bei den ersten beiden Fragen, aber die Zustimmung liegt, wie bereits in der Einleitung angemerkt, höher als wir das erwartet hätten, als wir die Frage in einem Workshop mit Vertreterinnen und Vertretern von der Domowina (Bund Lausitzer Sorben) entwickelt haben.
Etwa vier von zehn Lausitzern sprechen sich dafür aus, dass die Zweisprachigkeit im öffentlichen Raum weiter ausgebaut werden sollte (42 Prozent), und dass das Verstehen und Sprechen der sorbischen Sprache in der Lausitzer Bevölkerung gefördert werden sollte (44 Prozent).
Nur jeder fünfte Lausitzer fühlt sich gestört, wenn in seiner Gegenwart Sorbisch gesprochen wird. Drei von fünf Befragten (61 Prozent) widersprechen dieser Aussage.
Abbildung 8: Zustimmung und Ablehnung in Bezug auf Aussagen zur Mehrsprachigkeit
Das Potential der Zweisprachigkeit wird besonders an den beiden in Abbildung 9 dargestellten Fragen deutlich. Jeder fünfte Lausitzer (19 Prozent) kann sich vorstellen, Sorbisch zu lernen, wenn die Rahmenbedingungen passen. Und sogar knapp ein Drittel (30 Prozent) kann sich vorstellen, dass die eigenen Kinder oder Enkel Sorbisch lernen und sprechen.
Abbildung 9: Potenzial zum Spracherwerb in der Zukunft
Manche Lausitzerinnen und Lausitzer wissen vielleicht gar nicht, wie viele regionale Traditionen und Bräuche sorbischen Ursprungs sind. Wir haben die Lausitzer gefragt, welche sorbischen Traditionen sie in der eigenen Familie pflegen, welche sie bspw. bei Veranstaltungen besuchen, welche sie nur dem Namen nach kennen und welche ihnen unbekannt sind.
Beim Verzieren von Ostereiern handelt es sich um die mit Abstand am häufigsten in der eigenen Familie gepflegte Tradition. Etwas mehr als ein Viertel der Lausitzer Bevölkerung (27 Prozent) gibt an, in der eigenen Familie Ostereier zu verzieren. Auf den weiteren Plätzen folgen:
Hexenbrennen (14 Prozent)
Osterfeuer (13 Prozent)
Christkind (11 Prozent)
Vogelhochzeit (10 Prozent)
Maibaum (9 Prozent)
Zampern (8 Prozent)
Bei der Frage, welche Traditionen oder Bräuche man ggf. schon gesehen oder auf Veranstaltungen besucht hat, sind Osterfeuer, Maibaum, Hexenbrennen und Osterreiten die am häufigsten genannten. Ein Blick auf die unten stehende Abbildung zeigt zudem, dass der Anteil der Menschen, die Traditionen und Bräuche auf besuchten Veranstaltungen sehen, bei den meisten Bräuchen viel höher ist als die aktive Pflege. Zumal wird deutlich, dass manche Traditionen sehr bekannt sind, obwohl nur ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung die betreffende Tradition aktiv pflegt. Das beste Beispiel hierfür sind die Trachten: Zwei Drittel der Bevölkerung kennen sorbische Trachten, aber nur zwei Prozent der Bevölkerung pflegen diese Tradition aktiv.
Abbildung 10: Sorbische Traditionen und Bräuche, dargestellt nach aktiver Pflege, Besuch bspw. auf Veranstaltungen und Bekanntheit

Der LausitzMonitor ist ein Projekt von Stefan Bischoff (MAS Partners) und Jörg Heidig (Prozesspsychologen). Mit der Studie möchten die Projektpartner der Öffentlichkeit belastbare Fakten zur Stimmung in der Region und zu den Meinungen zum Strukturwandel und zur Zukunft der Lausitz liefern.

Stefan Bischoff
MAS Partners
Marienplatz 1
04103 Leipzig

Dr. Jörg Heidig
Prozesspsychologen
Brennereiweg 1
02906 Quitzdorf am See